09. August 2005
Gottfried Helnwein weiß nur zu gut um seine mediale Unbequemlichkeit: Seit gut 35 Jahren sorgt der zwischen seinen Ateliers in Irland und Los Angeles pendelnde, österreichische Avantgarde-Künstler nun schon mit umstrittenen Werken und Installationen für erhitzte Gemüter in der intellektuellen Twilight Zone zwischen Feuilleton, Gesellschaft und Politik. Nur wenige Tage nach Michael Jacksons medienwirksamen Kindesmissbrauchsfreispruch wurde kürzlich in Oberhausen die Ausstellung „Beautiful Children“ eröffnet, die - ganz Helnwein-like - einen polarisierenden und aufrüttelnden Blick ins allzu oft Tabuisierte, ins gerne Verschwiegene, Ungeheuerliche offenbart: Das Kind – verletzt, misshandelt, tot.
„Für mich ist die Kunst eine Waffe, mit der ich zurückschlagen kann. Wie mir die Welt von den Medien präsentiert wird, empfinde ich als Zumutung. Ich bin immer auf der Seite der Kinder. Kinder sind die Helden meiner Bilder und Geschichten. Kinder werden sehr oft missbraucht, nicht immer sexuell sondern in den verschiedensten Formen, einfach weil es so leicht möglich ist. Kinder haben in meinen Augen eine unglaubliche Kreativität, bevor sie dann durch ein Erziehungssystem gebrochen werden.“
...