Helnwein ( presse )
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Schweizer Illustrierte
Silvia Aeschbach
Das Leben der Diva. das letzte Interview. Das letzte Bild
Der bekannte Maler Gottfried Helnwein gehört zu den letzten Personen, mit denen Marlene Dietrich kurz vor ihrem Tod noch telefonierte: "Ich habe sie kaum verstanden, sie hatte grosse Mühe mit dem Sprechen" erinnert er sich. "Marlene klang, als ob sie einen Schlaganfall erlitten hätte. Trotzdem war sie ungebrochen." ... +

Penthouse
Nr. 4 - Jubiläums- Nummer
Elisabeth Biritz
Seine Kunst ist Schock, seine Bilder sind quälend. Gefolterte Kinderkörper, von Angst und Schmerz entstellte Gesichter. Der Wiener Gottfried Helnwein, der bei Köln lebt, geht an die Grenze des Erträglichen. ... +

Die Presse
Linda Zamponi
Mit Johann Kresniks "Macbeth" im Ronacher startet "Tanz 92"
In dem Wiener Maler und Aktionisten Gottfried Helnwein hat Kresnik den kongenialen Ausstatter. Ein blutroter Vorhang, davor ein Wassergraben, die kalkweiß ausgeleuchtete Bühne schließt den Hintergrund mit einem bedrohlich hohen Metalltor, durch das der Tod kommt und geht. Die gesichtslose Gestalt, die jede Szene beendet, leert emotionslos Kübel um Kübel Menschenblut in den Graben, zum Schluß wird es eine Badewanne voll sein, die sie fein säuberlich von der Blutspur des Verbrechens reinigt und ihre Hände in Unschuld wäscht. ... +
Gottfried Helnwein, Bühnenbild und Kostüme zu Shakespeares "Macbeth", Choreographie: Hans Kresnik

Gottfried Helnwein : Lady Macbeth
Kronenzeitung, Wien
Karlheinz Roschitz
TANZ 92 im Ronacher: Start mit Kresniks "Macbeth". Sie lieben Schauder, Alpträume, Schocks. Wen wundert's, dass beide bei Shakespeares "Macbeth" zu einem wahren Höhenflug blutiger Phantasie abheben: Österreichs Schockmaler Gottfried Helnwein und der Kärntner Johann Kresnik, Bremens Tanztheaterchef und international bejubelter Choreograf, zeigten nun im Ronacher ihren Bremer "Macbeth". Ein Erfolg für "TANZ 92" - Organisator Gerhard Brunner. ... +
Gottfried Helnwein, stage and costumes for Shakepeare's "MACBETH"

Charity
Katja Behrens
Seit den frühen 70er Jahren schon spielt das KIND eine Hauptrolle in Helnweins Kunst; das geschundene, verletzte, bedrängte Kind in unserer Gesellschaft. Es sind die Narben und Verbände, die medizinischen Instrumente, die Schläuche und die Annäherungen der Erwachsenen, die die Kinder seiner Bilder deformieren. Sie fügen ihnen sichtbaren Schaden zu; von den "inneren Verletzungen" ganz zu schweigen. ... +

Gottfried Helnwein : 48 Portraits
Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 293
Kultur
Sibylle Schatz
Gottfried Helnwein antwortet Gerhard Richter in der Galerie Koppelmann
Die folgende Geschichte reicht bis in die siebziger Jahre zurück.
Damals malte der Künstler Gerhard Richter eine Serie von 48 Porträts als deutschen Beitrag zur Biennale in Venedig. Mit den gleichformatigen, realistisch gemalten Abbildern bedeutender (männlicher) Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts entstand ein streng formal ausgerichtetes Gesamtensemble, das nunmehr den Treppenaufgang des Kölner Ludwig-Museums flankiert.
1991, zwanzig Jahre später, präsentiert der nahe Köln lebende Künstler Gottfried Helnwein ein malerisches Gegenstück. Seine 48 gleichformatigen, realistisch gemalten Abbilder (in leuchtendem Rot statt in Richters stillem Grau) zeigen bedeutende weibliche Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts. ... +

Gottfried Helnwein :
EMMA
Bis jetzt gab es sie nur einmal, die "48 Portäts von Persönlichkeiten, die die Moderne beeinflussten". Sie hängen in der Eingangshalle des renommierten Kölner Museum Ludwig, gemalt Anfang der 70er Jahre in fotorealistischer Manier von Gerhard Richter, 59. Die weniger nach inhaltlichen und mehr nach formalen Kriterien ausgewälten Porträts haben nicht nur einen Haken, aber den vor allem: sie zeigen ausschliesslich Männer. 20 Jahre später antwortete der Maler Gottfried Helnwein, 43, seinem Kollegen: Er malte die "48 Frauen-Persönlichkeiten". Die Wand im Museum, die den Männern gegenüberliegt, ist noch frei. ... +
Gottfried Helnwein, "48 Portraits" of woman as counterpiece to Gerhard Richter's "48 portraits" of men

Gottfried Helnwein : Keith Richards
Süddeutsche Zeitung
Magazin
Christian Kämmerling
Interview mit Keith Richards
Keith Richards Portraits von Gottfried Helnwein ... +

Gottfried Helnwein :
Playboy
Wolfgang Frank
Ist Gottfried Helnwein der Künstler dieses Jahrzehnts oder ist er nur ein Horror-Fetischist ?
... +

Gottfried Helnwein : Poem 1
Schweizer Illustrierte
Christoph Soltmannkowski
Seine hyperrealistischen Gemälde machten ihn zu einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart- jetzt stellte er in der Schweiz erstmals aus.
Er weißt auf die großformatigen Kinderporträts hin, die demnächst im Lausanner Elysee- Museum gezeigt werden: "Da gibt es ein Kind, das schaut aus, als wäre es tausend Jahre alt und hätte alles gesehen.
Dabei ist es erst vier und ein völlig normales, glückliches Kind." ... +

Basler Magazin
Sigmar Gassert
Helnwein-Ausstellung
Kunst tritt hier ebenso aggressiv wie ihre Themen und ebenso nachromantisch lebenssehnsüchtig wie ihre Intention auf. Wer vor den Bildern steht, wird unvermeidlich zur emotionalen Identifikation gezwungen. Er leidet mit den Opfern und empfindet sich selbst als Machtmensch. Täter und Opfer in einem wird man durch den hinterhältig angestifteten Diskurs aus Übertragung und Gegenübertragung. Dabei sind die Unschuldigen wie die Schuldigen geradezu liebevoll heiligenhaft mit einer unendlichen Geduld gemalt. Neben den Greueln der Gegenwart von Gewalt geraten selbst eigentliche Interieur-Bilder, Familienszenen mit Kindern, zu Thrillern. So geschickt listig entblösst wird da die mal arme, die mal reiche neubürgerliche Innerlichkeit verfremdet und desillusioniert.
"Der freundliche Mensch", so Heiner Müller über Gottfried, hält allem und jedem den Spiegel der Schrecken des Jahrhunderts vor. ... +
Bilder von Gottfried Helnwein in der Galerie Lilian Andre' in Basel

Cash, Zürich
Karen Bischof
Einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler stellt in der Schweiz aus: Gottfried Helnwein
Zum 50. Jahrestag der Reichskristallnacht schuf er das Werk "Neunter November Nacht". Es zeigt 18 Kindergesichter, die 1988 vom Museum Ludwig in Köln entlang der Rheinbrücke aufgehängt waren. Ein angeblich Geisteskranker schnitt mit dem Messer die Kinderhälse durch.
Helnwein hat diese Bilder mit Pflaster "repariert", die Wunden verklebt, nicht "geheilt". So entstand ein noch ergreifenderes Dokument. ... +

Kölner Stadt-Anzeiger
Marianne Reißinger
Enttäuschung beim Auftakt zu den Münchner Opernfestspielen
Sawallisch ausgebuht
Was Wunder, daß das Publikum nach pausenreichen dreieinhalb Stunden Orff keinen Skandal inszenierte, sondern lustlos bis desinteressiert für die Bemühungen dankte. Freilich wurde Wolfgang Sawallisch ausgebuht, der Staatsoperndirektor wie der Dirigent. Wollte man ihn doch noch einmal für seine höchst persönliche Entscheidung schelten, sich im April vom lange angekündigtem Team Johann Kresnik/Gottfried Helnwein zu trennen. Die Partei der Sawallisch-Verteidiger war hörbar klein. ... +

Bremer
Manfred Riepl
FREMDE SELTSAME WELT
David Lynchs 'Twin Peaks' die soeben in Amerika gestartete Fernsehserie, fängt genau dort an, wo der Kleinstadthorror von 'Blue Velvet' endete
Als wäre der Fernsehschirm ein von Gottfried Helnwein entworfener Werbespot, durchmisst die Kamera ein fotorealistisch anmutendes Idyll: das von Tannenwäldern und zwei Berggipfeln gesäumte Holzfällerstädtchen Twin Peaks, unweit der kanadischen Grenze.

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gerhard R.Koch
Typisch ist auch dafür der Streit zwischen August Everding und Wolfgang Sawallisch um die Bayrische Staatsoper.
Dieser Zwist hat nun eine bemerkenswerte Teiltransplantation erfahren. Diesmal heißen nämlich die Kombattanten nicht Everding und Sawallisch, sondern Sawallisch steht nun ein ganzes Künstlerquintett gegenüber:
der Choreograph Hans Kresnik, der Maler Gottfried Helnwein, der Schriftsteller Gerd Jonke und der Tänzer Ismael Ivo sowie ein nicht namentlich genannter "Lichtdesigner der Rockmusikszene"
- wobei Kresnik und Helnwein als die Hauptwidersacher dastehen.
Ob Kresnik- Helnweins "Trionfi" den Segen der Orffianer gefunden hätte, ist sekundär gegenüber der Tatsache, dass man wissen muss, worauf man sich einlässt. Ein leider gänzlich fiktives Beispiel mag dies belegen: Käme ein Opernintendant, gar ein Festspielleiter auf die Idee, den amerikanischen Rocksänger und "Down by Law"- Schauspieler Tom Waits als Don Giovanni zu verpflichten, dann verhieße eben dies raueste, knurrendste Originalität eines unbehausten Vokalwüstlings. Sich dann über mangelnde Probenadrettheit und ungenügende Belcanto- Geschmeidigkeit zu beklagen, zeugt vom Mangel an Realismus. Konzeptionslosigkeit hat also nicht die Bayrische Staatsoper Kresnik und Helnwein anzulasten, sondern der Vorwurf fällt auf die großmächtige Institution zurück. ... +
Gottfried Helnwein, Hans Kressnik, Krachend

Hessische Post
Sibylle Peine
Boris und Steffi in Kresniks Version des "Marat" von Peter Weiss
Ein Panoptikum über Deutschland macht Regisseur Johannes Kresnik aus dem Drama "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul MaratsW von Peter Weiss. Die Ausstattung für die Inszenierung am Staatstheater Stuttgart besorgte Gottfried Helnwein.
Ungewöhnlich ist das Bühnenbild von Helnwein: Die Schauspieler agieren auf einer weißen Schräge mit einem Winkel von 26 Grad, umrahmt von zwei schiefen weißen Wänden. Dadurch bieten sich reiz volle Möglichkeiten für die Choreographie Kresniks, einmal für die Massenszenen, aber auch für die Auftritte der Corday (Yvonne Devrient), wirkungsvoll bei der Mordszene, die hier mit einem sehr schrägen Liebesakt kombiniert ist. ... +

Gottfried Helnwein :
Die Welt
Hartmut Regitz
Kresniks "Marat/Sade": Stuttgarts Intendant sieht "befruchtende Wirkung"
Er legt das Stück"wie eine Blaupause auf die Realität" (so Bühnenbildner Gottfried Helnwein) und verfremdet damit die Vorlage auf eine Weise, die durch die Überlappung zweier Revolutionen überraschende Erkenntnisse ermöglicht.
Was 1789 in Paris geschah, was sich 1989 in der DDR ereignete, lässt sich in der Tat aufeinander beziehen, und die Folgen, die Marat vor der Nationalversammlung anprangert, der Reichtum der Reichen, die an jeder Revolution stets gut verdient haben, und das Konsumdenken des Volkes, das weniger die Freiheit als Bananen wählt; Das kann einen durch eine aktuelle Aufführung schon nachdenklich machen - selbst wenn sie sich in ihren Einfällen bisweilen vergreift...
Helnwein hat Kresnik zwischen zwei einstürzenden Neubauten in kaltem Weiss eine Schräge gebaut, auf der die Menschen immer wieder ausgleiten und gegen die die Wände knallen. Hoch über dem Geschehen schwebt Jaques Roux (Werner Prinz) und bläst zwischendurch auf der Trompete wie zum Jüngsten Gericht. Gleich zu Anfang stürzt Charlotte Corday aus einem Fenster (Yvonne Devrient), schneidet sich erst ins Fleisch, um später über die stuhlbedeckte Bühne zu kriechen. Duperret wiederum, ihr Trainingspartner, turnt auf dem Sims herum, während sich im blutrot ausstaffierten Proszenium Marquis de Sade (Claus Boysen, der seinen nackten Bauch zu Markte trägt) und Hospitz-Direktor Coulmier (Carsten Otto) am sinnenfrohen Spektakel weiden. Dazwischen Peter Rühring als krätziger Marat, der sich vergebens gegen die Massen auflehnt und am Ende einen Liebestod im Delirium erleidet - bevor auf dem Bildschirmen ein Werbespot die absolute Säuberung verheisst. ... +

Gottfried Helnwein : Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade
Die Zeit
Rolf Michaelis
Johann Kresnik inszeniert ein schrilles Requiem auf die DDR
Schockierend schon das Plakat, das der für Bühnenbild und Kostüme verantwortliche, als Maler im photorealistischen Stil bekanntgewordene Wiener Gottfried Helnwein entworfen hat: das ins Grobe vergrösserte Presse-Photo des in einer Blutlache liegenden Kopfes von Oskar Lafontaine. Rot eingeblendet: 'Das Attentat".
Ja, geht es im Stück von Peter Weiss nicht um das Attentat, das die junge Charlotte Corday am 13. Juli 1793 auf den jakobinischen Führer der Revolution, Marat verübt hat? Und hat sie sich nicht kurz vor dem Anschlag "ein Küchenmesser" gekauft, wie die Frau des Jahres 1990?
Die assoziationswütigen Österreicher Helnwein und Kresnik haben schon für ihren "Macbeth" (Heidelberg 1988) den machtbesessenen Politiker Shakespeares in einer Badewanne sterben lassen - und dafür mit dem Presse-Photo des toten Uwe Barschel im Genfer Hotel auf dem Plakat geworben.
Woran denken Helnwein/Kresnik nach dem 9. November 1989, wenn sie bei Peter Weiss solche Sätze lesen?
"Mit der Ruhelosigkeit der Gedanken / lässt sich keine Mauer durchbrechen. / Wir sind die Erfinder der Revolution / doch wir können noch nicht damit umgehen./ Siehst du den Irrsinn dieser Vaterlandsliebe.../ Ich pfeife auf die Nation / so wie ich auf alle anderen Nationen pfeife../ Ich pfeife auf diese Bewegungen von Massen / die im Kreise laufen..."
Schräg ist alles an Helnweins Bühne: ein gekipptes, ein irres Haus, ein schiefes Irrenhaus als Raum unseres Lebens. Die Bühne ist, von rechts nach links, im Winkel von 26 Grad geneigt. Auf dieser Rutschbahn, die von Krankenpflegern gewässert wird, wenn sie mit Feuerwehrschläuchen die erhitzten Kranken kühlen, findet Leben statt: man robbt nach oben, schlittert nach unten. Auch die beiden klinikweissen Wände dieses Saals stehen nicht im rechten Winkel. Sie knicken weg mit je drei blinden Fenstern übereinander. ... +

Nürnberger Zeitung
Peter Kümmel
Kresniks "Marat/Sade" in Stuttgart
Kresnik und Helnwein machen Theater, wie die Redakteure von Boulevardblättern Überschriften titeln: spekulativ, schnell, reißerisch, kühn. Ihr Theater kämpft gegen Menschenverachtung - und vibriert, im Gegenschlag, vor Hohn. Es hat keine "subtilen Momente", keine Ruhepunkte, es verabreicht "Dröhnungen" wie ein Hardrockkonzert Dieser "Marat/Sade" ist ein mit hohem darstellerischem Einsatz und technischem Aufwand inszenierter Gegenschlag. ... +

Gottfried Helnwein :
Basler Zeitung
Reinhardt Stumm
Johann Kresnik, Gottfried Helnwein und "Marat/Sade" in Stuttgart
Damals wie jetzt war freilich auch ein zweiter Mann ganz wesentlich beteiligt. Der Wiener Malermonteur Gottfried Helnwein, ein dunkellockiger, engelhaft lieb aussehender Kunstbube, dessen Einfälle sogar abgebrühte Illustriertenmacher in tiefe Depressionen stürzen. In Stuttgart inszenierte Kresnik das offenbar unverwüstliche, jetzt eben wieder neu entdeckte Theaterstück "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade" von Peter Weiss. Und Gottfried Helnwein erfand die Bühne und die Kostüme dazu. Zweifellos nicht nur dieses. Die Zusammenarbeit der beiden Herren ergab auch diesesmal einen Synergieeffekt, der das Ganze zu mehr macht als zu einer Summe der Teile. ... +



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